Streckenrekord beim 24h Stöffelrace!

Zum 5. mal starteten wir nun beim 24h Stöffelrace. Angefangen 2015 im 4er Team und in den darauffolgenden Jahren 3 mal im 2er Team zusammen mit Alexander wollten wir in diesem Jahr mal was Neues ausprobieren. Gleichzeitig war die mir bekannte Strecke genau passend für meinen Test für die 24h MTB EM im September. Es war also an der Zeit für mein erstes Solo 24h Rennen!

Wie gewohnt reisten wir bereits freitags an, bauten unser Lager auf und sahen zu, dass wir die Bikes für eine kleine Vorbelastung fit machten. Dabei mussten wir feststellen, dass mein Bike den Transport nicht unbeschadet überstanden hatte. Bei der Schieflage im Auto war Luft in die Bremse gekommen. Es war also kein Druckpunkt mehr vorhanden und ein 24h Rennen ohne Hinterradbremse? Nein Danke! Kurzerhand packten wir das Rad wieder ins Auto und fanden Hilfe beim Bockshop. An dieser Stelle nochmal vielen Dank für die schnelle Hilfe! Gemeinsam mit einigen bekannten Fahrern ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und gingen früh ins Bett, um am nächsten morgen ausgeschlafen an den Start gehen zu können.

Samstag: 12 Uhr! Der Startschuss ertönte und es ging los. Jetzt war es so weit! Jetzt würde sich zeigen was die Letzten 9 Monate Training nach Trainingsplan von Steinberg Coaching gebracht hatten. Ich fand gut ins Rennen und konnte mich schnell von den anderen Solostartern absetzen. Dann, nach 1,5 Stunden merkte ich tropfen an meinem Bein. Fing es etwa an zu regnen? Der Boden war trocken und der Himmel wolkenlos. Woher also das Wasser? Dann fiel es mir auf. Mein Hinterreifen hatte einen kleinen Cut und verlor Tubeless Milch. Ich schaffte es ohne großen Luftverlust im Hinterrad bis ins Fahrerlager, wechselte mein Laufrad und Helmut Wolf half mir, meinen Hinterreifen zu flicken. Danke Helmut :) Für mich konnte es also schnell weiter gehen, sodass ich nur wenig Zeit verlor. Wenig später setzte ein lautes Knacken im Tretlagerbereich ein. Was war denn jetzt los? Sollte mein Fahrrad vor mir aufgeben? Ich ließ das Knacken, Knacken sein und fand schnell meinen Rhythmus, den ich bis spät Abends halten konnte. Um 21:30 Uhr dann mein erster geplanter Stopp. Wir montierten die Lampen und es gab ein neues Trikot und neue Socken. Mit inzwischen 9 Runden Vorsprung konnte es nun in die Nacht gehen. Die nächsten drei Stunden konnte ich meinen Rhythmus gut weiter fahren, bis ein im rechten Fuß zu starker Schmerz mich erneut zum Anhalten zwang. Ich wechselte den Schuh und hoffte, dass der Schmerz während der Fahrt weg gehen würde. Und so war es dann auch. Zwar sahen zwei unterschiedliche Schuhe beim Blick nach unten komisch aus, aber der Schmerz war weg!

Als es gegen 4 Uhr leicht anfing zu regnen, stellte ich mir die Frage: Anhalten und Regenjacke anziehen oder einfach weiterfahren und hoffen, dass es schnell wieder aufhört? Ich entschied mich für letzteres und konnte durch ein Minimum an Pausen und konstante Rundenzeiten meinen Vorsprung bis zum morgen weiter ausbauen. Um 9 Uhr mit knapp 17 Runden Vorsprung auf den zweit platzierten die Ansage von draußen: ,,Du hast 100 Runden!“ Für mich war klar, wenn ich das Tempo halte und vielleicht nochmal etwas an Tempo zulegen kann, ist es möglich den Rundenrekord von 109 Runden zu knacken! Zwei Stunden später war der Rekord dann gebrochen. Aber aufhören wollte ich nicht. Es sollte ein Test für die EM sein und dort werde ich wohl kaum vorher aufhören können. In der 114. Runde meldete sich dann wieder mein Tretlager. Und wie! Mit einem lauten Knacken verabschiedete es sich und stellte seinen Dienst ein. Treten war zwar möglich, aber ich wollte nicht noch mehr kaputt machen. So beendete ich also bergauf schiebend und bergab rollend diese Runde und hatte ebenfalls schiebend in der letzten Runde genug Zeit, mir die Strecke nochmal genau anzusehen ;)

Um 4 Minuten nach zwölf kam ich mit 115 gefahrenen Runden ins Ziel. Platz 1 und Rundenrekord bei meinem ersten Solo 24h Rennen! Ein insgesamt geiles Wochenende geht damit zu Ende. Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die mich bei diesem Rennen unterstützt und angefeuert haben. Ohne Euch wäre das so nicht möglich gewesen!


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© Sebastian Trimborn  | copyright 2019